Zertifizierung

VLOG-Zertifizierung für Landwirte: Ablauf, Fütterung und Audit

Wie ein landwirtschaftlicher Betrieb nach dem VLOG-Standard „Ohne Gentechnik“ zertifiziert wird: Futtermittelnachweise, Mindestfütterungszeiträume, Risikoklassen, Audit-Rhythmus und Kosten.

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Zwei Kühe auf der Weide
Foto: Wolfgang Weiser / Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Molkereien und Schlachthöfe mit „Ohne Gentechnik“-Programm verlangen von ihren Lieferanten eine VLOG-Zertifizierung.
  • Vor der Vermarktung gelten Mindestfütterungszeiträume ohne gentechnisch veränderte Futtermittel, etwa drei Monate bei Milchkühen.
  • Der Prüfrhythmus hängt von der Risikoklasse ab: jährlich bis alle drei Jahre.
  • VLOG selbst kostet den Betrieb nichts. Bezahlt wird die Zertifizierungsstelle für das Audit.

Was der VLOG-Standard vom Betrieb verlangt

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) vergibt das Siegel „Ohne GenTechnik“ und legt im VLOG-Standard fest, wie Futter, Warenströme und Nachweise aussehen müssen. Für den Erzeuger heißt das vor allem: Kein Futter mit Kennzeichnungspflicht für Gentechnik, und für jedes Risikofuttermittel ein Nachweis.

Risikofuttermittel sind vor allem Soja, Mais, Raps und Baumwolle sowie Produkte daraus. Für zugekauftes Mischfutter und Einzelfuttermittel braucht der Betrieb Lieferscheine mit VLOG-Zusicherung von zertifizierten Lieferanten. Wer selbst mischt, muss die Herkunft der Komponenten genauso belegen.

Mindestfütterungszeiträume

Bevor Milch, Fleisch oder Eier als „Ohne Gentechnik“ vermarktet werden dürfen, müssen die Tiere eine Mindestzeit ohne gentechnisch verändertes Futter gefüttert worden sein:

TierartMindestzeitraum
Milchkühe (Milch)3 Monate
Schweine (Fleisch)4 Monate
Legehennen (Eier)6 Wochen
Mastgeflügel10 Wochen
Rinder (Fleisch)12 Monate und mindestens drei Viertel der Lebenszeit

Das Erstaudit kann schon in diesen Zeitraum fallen, wenn die Fütterung bereits umgestellt ist. Wer gleichzeitig auf Bio umstellt, braucht unter Umständen kein eigenes VLOG-Erstaudit; das klären Molkerei und Kontrollstelle.

Ablauf der Zertifizierung

  • Anmeldung: meist über den Abnehmer, etwa die Molkerei, die ihre Lieferanten gesammelt bei einer Zertifizierungsstelle anmeldet
  • Fütterung umstellen: Lieferanten und Futtermittel mit VLOG-Zusicherung wählen, Lager und Siloplätze trennen
  • Erstaudit: Prüfung von Lieferscheinen, Rationsplänen, Lagern und gegebenenfalls Futterproben
  • Zertifikat und Einstufung: Die Risikoklasse bestimmt, wann das nächste Audit kommt
  • Laufende Nachweise: Jede Futterlieferung mit Zusicherung ablegen, Änderungen in der Ration dokumentieren

Risikoklassen, Audit-Rhythmus und Kosten

Betriebe in Risikoklasse 0 werden innerhalb von drei Kalenderjahren erneut geprüft, in Risikoklasse 1 innerhalb von zwei. In der höchsten Klasse 2 wird jährlich geprüft, meist mit Futtermittelanalysen. In Klasse 2 landet zum Beispiel, wer beim Audit für zugekaufte Risikofuttermittel keine Nachweise vorlegen kann.

Für die Zertifizierung selbst verlangt VLOG nichts. Die Kosten für das Audit vereinbart der Betrieb oder der Abnehmer direkt mit der Zertifizierungsstelle; sie hängen von Dauer, Umfang und Anfahrt ab. Eine Lizenzgebühr fällt nur an, wer das Siegel selbst auf Produkte druckt, in der Regel also die Molkerei, nicht der Landwirt.

Eine Ablage für mehrere Standards

Die meisten VLOG-Betriebe sind auch in QS oder einem Tierwohlprogramm. Lieferscheine, Futterpläne und Lagerdokumentation überschneiden sich, deshalb lohnt eine gemeinsame Ablage. Wie die Vorbereitung auf ein Audit aussieht, steht im Beitrag QS-Audit vorbereiten. Wir führen die Nachweise für beide Standards und begleiten das Audit; mehr auf unserer Seite zur VLOG-Zertifizierung.

Häufige Fragen

Was kostet die VLOG-Zertifizierung für Landwirte?

VLOG selbst berechnet nichts. Kosten entstehen bei der Zertifizierungsstelle für das Audit und hängen von Umfang und Anfahrt ab. Oft organisiert und bezahlt die Molkerei die Audits ihrer Lieferanten ganz oder teilweise.

Wie lange dauert die Umstellung auf Ohne Gentechnik?

Bei Milchkühen drei Monate Fütterung ohne gentechnisch veränderte Futtermittel, bei Schweinen vier Monate, bei Legehennen sechs Wochen. Das Erstaudit kann bereits während dieser Zeit stattfinden.

Wie oft kommt das VLOG-Audit?

Je nach Risikoklasse jährlich, alle zwei oder alle drei Jahre. Wer alle Futtermittelnachweise vollständig vorlegt, wird niedriger eingestuft und seltener geprüft.

Darf ich Futter vom Nachbarn zukaufen?

Futter, das direkt von einem anderen landwirtschaftlichen Betrieb kommt, ist für Risikofuttermittel unter Bedingungen von der Zertifikatspflicht ausgenommen. Die Herkunft muss trotzdem belegt sein, etwa mit Lieferschein und Erklärung des Erzeugers.

Die genannten Termine und Anforderungen gelten als Regelfall und können sich je nach Bundesland und Jahr unterscheiden. Für Ihren Betrieb prüfen wir die verbindlichen Vorgaben im Einzelfall. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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