Überblick

Pachtpreise und Bodenpreise in NRW: was ein Hektar kostet

Was Ackerland und Grünland in Nordrhein-Westfalen kosten: Pachtpreise aus der Agrarstrukturerhebung 2023, Kaufwerte 2023 bis 2025 nach Regierungsbezirk und worauf es beim Pachtvertrag ankommt.

Veröffentlicht am

Grünland mit Wassergraben und Kopfweide, typische Landschaft am Niederrhein
Foto: Ries Bosch / Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • NRW hat die höchsten Pachtpreise in Deutschland: im Schnitt 560 Euro je Hektar, Ackerland 659 Euro, Dauergrünland 288 Euro (2023).
  • Am teuersten pachtet man im Regierungsbezirk Münster mit 787 Euro je Hektar, am günstigsten in Arnsberg mit 400 Euro.
  • Landwirtschaftliche Grundstücke wurden 2024 im Landesschnitt für rund 82.000 Euro je Hektar verkauft, 2025 für rund 81.000 Euro.
  • Pachtverträge über mehr als zwei Jahre gehören schriftlich festgehalten und müssen der Behörde angezeigt werden.

Pachtpreise in NRW

Die Zahlen stammen aus der Agrarstrukturerhebung 2023 und beziehen sich auf das durchschnittliche jährliche Pachtentgelt aller bestehenden Pachtverträge. Die nächste Erhebung folgt 2027.

Pachtentgelt je Hektar und Jahr, Agrarstrukturerhebung 2023
NRWDeutschland
Landwirtschaftlich genutzte Fläche gesamt560 €357 €
Ackerland659 €407 €
Dauergrünland288 €212 €
Regierungsbezirk Münster (gesamt)787 €–
Regierungsbezirk Arnsberg (gesamt)400 €–

Neu abgeschlossene oder angepasste Verträge liegen meist deutlich über dem Durchschnitt aller Verträge. Im Rheinland treiben Sonderkulturen, Gemüsebau und der Flächenbedarf für Bau, Energie und Ausgleich die Preise zusätzlich.

Bodenpreise: was ein Hektar beim Kauf kostet

Die Kaufwertestatistik erfasst alle Verkäufe landwirtschaftlicher Grundstücke ab 0,1 Hektar. Einzelne Verkäufe weichen stark ab, je nach Bodengüte, Lage und Größe.

Durchschnittlicher Kaufwert landwirtschaftlicher Grundstücke in NRW
JahrNRW je HektarSpanne der Regierungsbezirke
2023rund 87.200 €Arnsberg 55.570 € bis Münster 129.280 €
2024rund 82.000 €–
2025rund 80.700 €Arnsberg 45.178 € bis Münster 121.503 €

Quelle: IT.NRW, Kaufwerte für landwirtschaftliche Grundstücke. Für eine konkrete Fläche sind die Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses im Kreis aussagekräftiger.

Worauf es beim Pachtvertrag ankommt

  • Schriftform: Verträge über mehr als zwei Jahre ohne Schriftform gelten als auf unbestimmte Zeit geschlossen.
  • Anzeige: Landpachtverträge sind nach dem Landpachtverkehrsgesetz innerhalb eines Monats bei der zuständigen Behörde anzuzeigen.
  • Laufzeit und Kündigung: Ohne feste Laufzeit kann nur zum Schluss des Pachtjahres mit langer Frist gekündigt werden. Viele Verträge laufen zum Wirtschaftsjahr, also Ende September oder Oktober bzw. zu Martini im November.
  • Prämien und Zahlungsansprüche: Wer die Fläche im Sammelantrag angibt, muss sie am 15. Mai bewirtschaften. Bei einem Wechsel zum neuen Jahr gehört das in den Vertrag.
  • Anpassung: Eine Klausel zur Pachtanpassung, etwa an einen Index oder nach einigen Jahren, verhindert Streit bei langen Laufzeiten.

Pachtflächen in Antrag und Dokumentation

Jede neue Pachtfläche verändert das Flächenverzeichnis, die Düngebedarfsermittlung und die Lagerraumberechnung. Wir übernehmen neue Flächen in Sammelantrag und Schlagkartei und prüfen Verträge auf die Punkte, die für Antrag und Förderung zählen. Rechtsberatung leisten wir nicht; für die Vertragsgestaltung ist der Bauernverband oder ein Anwalt der richtige Ansprechpartner.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Pacht für Ackerland in NRW?

Im Schnitt aller Verträge 659 Euro je Hektar und Jahr (Agrarstrukturerhebung 2023). Neue Verträge liegen meist darüber, regional zum Teil deutlich.

Was kostet ein Hektar Ackerland in NRW?

Landwirtschaftliche Grundstücke wurden 2025 im Landesschnitt für rund 81.000 Euro je Hektar verkauft, im Regierungsbezirk Münster für über 120.000 Euro. Gutes Ackerland liegt meist über dem Durchschnitt aller landwirtschaftlichen Flächen.

Muss ein Pachtvertrag angemeldet werden?

Ja, Landpachtverträge sind nach dem Landpachtverkehrsgesetz innerhalb eines Monats nach Abschluss bei der zuständigen Behörde anzuzeigen, in NRW in der Regel bei der Landwirtschaftskammer.

Die genannten Termine und Anforderungen gelten als Regelfall und können sich je nach Bundesland und Jahr unterscheiden. Für Ihren Betrieb prüfen wir die verbindlichen Vorgaben im Einzelfall. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Dabei unterstützen wir Sie

Sie möchten das nicht selbst übernehmen? Diese Leistungen passen zum Thema.

Sprechen wir über Ihren Betrieb

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, was bei Ihnen anfällt, und sagen Ihnen offen, was wir davon übernehmen können.

Kostenloses Erstgespräch
Jetzt Kontakt aufnehmen