Zertifizierung

Umstellung auf Bio: In sechs Schritten zum Biobetrieb

Wie die Umstellung auf ökologischen Landbau abläuft: Kontrollstelle wählen, Umstellungszeit, Dokumentation, Kosten der Kontrolle und Förderung für zertifizierte Biobetriebe.

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Mähdrescher überlädt bei der Getreideernte auf einen Anhänger
Foto: Heiko Janowski / Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Umstellung beginnt mit dem Vertrag mit einer zugelassenen Öko-Kontrollstelle, nicht mit dem ersten Bio-Anbau.
  • Ackerland und Grünland brauchen in der Regel zwei Jahre Umstellungszeit, Dauerkulturen drei Jahre.
  • In der Umstellung gilt schon das volle Bio-Recht, die Ware darf aber noch nicht als Bio verkauft werden.
  • Ohne laufende Dokumentation gibt es kein Zertifikat. Sie ist der größte Dauerposten im Büro.

Erst rechnen, dann umstellen

Bevor ein Vertrag unterschrieben wird, sollte klar sein, ob sich Bio für den Betrieb rechnet. Entscheidend sind ein Abnehmer für die Bio-Ware, die Fruchtfolge ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz und mineralischen Stickstoff und bei Tierhaltung die Stall- und Auslaufanforderungen.

Hilfreich ist ein Gespräch mit der Öko-Beratung des Landes und mit möglichen Abnehmern. Wer ohne gesicherten Absatz umstellt, verkauft im ungünstigen Fall zu konventionellen Preisen bei Bio-Kosten.

Die sechs Schritte zum zertifizierten Biobetrieb

Der Ablauf ist in allen Bundesländern ähnlich. Unterschiede gibt es bei den Behörden und bei der Förderung.

  • Kontrollstelle wählen: Sie schließen einen Vertrag mit einer zugelassenen Öko-Kontrollstelle. Mit diesem Vertrag beginnt die Umstellungszeit.
  • Meldung an die Behörde: Die Tätigkeit wird der zuständigen Landesbehörde gemeldet, meist über die Kontrollstelle.
  • Erstkontrolle: Die Kontrollstelle nimmt Flächen, Gebäude, Lager und Tierbestand auf und legt fest, was angepasst werden muss.
  • Umstellungszeit: Zwei Jahre für Acker- und Grünland vor der Aussaat bzw. Nutzung, drei Jahre für Dauerkulturen vor der Ernte. Für Tiere gelten eigene Fristen je Tierart.
  • Laufende Dokumentation: Zukäufe, Betriebsmittel, Maßnahmen je Schlag, Tierbewegungen und Verkäufe werden aufgezeichnet.
  • Jährliche Kontrolle und Zertifikat: Mindestens einmal im Jahr wird kontrolliert, dazu kommen unangekündigte Stichproben.

Was in der Umstellungszeit gilt

Ab dem Vertrag mit der Kontrollstelle wirtschaften Sie nach der EU-Öko-Verordnung. Die Ernte aus dieser Zeit darf aber noch nicht als Bio verkauft werden. Pflanzliche Erzeugnisse können frühestens nach zwölf Monaten Umstellung als Umstellungsware vermarktet werden, sofern es einen Abnehmer dafür gibt.

Gerade in diesen Jahren entscheidet die Dokumentation. Was in der Umstellung nicht sauber aufgezeichnet ist, verlängert im ungünstigen Fall die Umstellung oder kostet die Anerkennung einzelner Flächen.

Kosten und Förderung

Die Kontrollstelle stellt die Kontrolle in Rechnung, je nach Betriebsgröße und Betriebszweigen meist einige hundert bis über tausend Euro im Jahr. Mehrere Bundesländer bezuschussen die Kontrollkosten.

Für die Einführung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus gibt es in allen Ländern eine Flächenprämie aus der Agrarumweltförderung. In Nordrhein-Westfalen läuft sie über die Landwirtschaftskammer; der Antrag ist an Fristen gebunden und setzt eine mehrjährige Verpflichtung voraus. Wer umstellen will, sollte den Antragszeitpunkt vor dem Vertrag mit der Kontrollstelle klären.

Die Büroarbeit hinter dem Bio-Siegel

Bio heißt vor allem: lückenlose Nachweise. Jede Saatgutpartie, jedes Düngemittel und jeder Futterzukauf muss als ökologisch zulässig belegt sein, und Ausnahmen wie konventionelles Saatgut brauchen eine Genehmigung vor dem Einsatz.

Wir führen diese Dokumentation für Sie, bereiten die jährliche Kontrolle vor und behalten Fristen für Förderanträge und Ausnahmegenehmigungen im Blick.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Umstellung auf Bio?

Für Acker- und Grünland in der Regel zwei Jahre, für Dauerkulturen wie Obst drei Jahre. Die Frist beginnt mit dem Vertrag mit der Kontrollstelle, in Ausnahmefällen kann eine frühere Zeit anerkannt werden.

Kann ich nur einen Teil des Betriebs umstellen?

Eine Teilumstellung ist möglich, wenn die Bereiche klar getrennt sind, etwa unterschiedliche Kulturen und getrennte Lager. Die Anforderungen an Trennung und Dokumentation steigen dadurch deutlich.

Was kostet die Bio-Zertifizierung?

Die Kontrollgebühr hängt von Betriebsgröße und Betriebszweigen ab und liegt meist bei einigen hundert bis über tausend Euro im Jahr. Dazu kommt der Aufwand für die Dokumentation, den wir übernehmen können.

Die genannten Termine und Anforderungen gelten als Regelfall und können sich je nach Bundesland und Jahr unterscheiden. Für Ihren Betrieb prüfen wir die verbindlichen Vorgaben im Einzelfall. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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