Anträge

Dieselrückvergütung

Die Agrardieselvergütung ist für viele Betriebe eine der wichtigsten Rückerstattungen im Jahr. Der Antrag geht ans Hauptzollamt und verlangt saubere Nachweise über den betrieblichen Verbrauch. Wir stellen ihn für Sie.

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Luftbild von Ackerschlägen mit Strohballen und frisch bestellten Flächen
Foto: Bernd Dittrich / Unsplash

Leistungsumfang: Dieselrückvergütung

  • Ermittlung der vergütungsfähigen Dieselmenge aus Ihren Lieferscheinen und Rechnungen
  • Abgrenzung betrieblich genutzter Mengen von nicht begünstigten Verwendungen
  • Zusammenstellung der erforderlichen Nachweise
  • Ausfüllen und Einreichen des Antrags beim zuständigen Hauptzollamt
  • Fristenüberwachung, damit die Antragsfrist nicht verstreicht
  • Prüfung des Bescheids und Klärung von Rückfragen des Zolls

Der Verbrauch muss belegbar sein

Das Hauptzollamt erwartet nachvollziehbare Belege über die eingesetzte Menge. Wer die Lieferscheine über das Jahr verstreut in Ordnern ablegt, sucht im Herbst lange.

Wir richten eine laufende Erfassung ein. Sie fotografieren den Lieferschein bei der Anlieferung, den Rest übernehmen wir. Am Ende des Wirtschaftsjahres steht die Menge fest.

Fristen im Blick behalten

Der Antrag für ein Kalenderjahr muss im Folgejahr gestellt werden. Wird die Frist versäumt, ist die Vergütung endgültig verloren. Eine Nachholung gibt es nicht.

Bei uns steht die Frist im Fristenplan, sobald das Wirtschaftsjahr beginnt. Sie müssen sich den Termin nicht merken.

Welche Verwendungen zählen – und welche nicht

Begünstigt ist der Diesel, der in Betrieben der Land- und Forstwirtschaft für die eigentliche Bewirtschaftung eingesetzt wird. Alles, was daneben läuft, gehört sauber abgegrenzt, sonst entsteht im Nachhinein Klärungsbedarf.

Typische Abgrenzungsfragen im Betriebsalltag:

  • Feldarbeiten und Transporte im eigenen Betrieb
  • Lohnarbeiten für andere Betriebe und Nachbarschaftshilfe
  • Gewerbliche Nebenbetriebe, Winterdienst oder Lohnkommunalarbeiten
  • Privat genutzte Fahrzeuge und Maschinen
  • Diesel in Anlagen, die nicht der Bewirtschaftung dienen

Warum die Erfassung im Jahr laufen sollte

Wer die Menge erst im Antragsmonat rekonstruiert, arbeitet mit Schätzungen. Genau das fällt bei einer Nachprüfung auf, weil sich Lieferscheine, Tankbuch und beantragte Menge nicht decken.

Mit einer laufenden Erfassung steht die Menge am Ende des Wirtschaftsjahres ohne Zusatzaufwand fest. Wie wir das aufsetzen, steht ausführlich im Ratgeber: Agrardiesel-Rückvergütung beantragen.

Frist, Formular und zuständiges Hauptzollamt

Die drei Fragen, die uns zur Agrardieselvergütung am häufigsten erreichen, lassen sich kurz beantworten – und genau an diesen drei Punkten scheitern die meisten Anträge, die zu spät oder an der falschen Stelle ankommen.

  • Frist: Der Antrag für ein Kalenderjahr muss bis zum 31. Dezember des Folgejahres beim Hauptzollamt eingegangen sein. Für den Diesel des Jahres 2025 also bis zum 31. Dezember 2026, für 2026 bis zum 31. Dezember 2027. Es ist eine Ausschlussfrist – danach ist der Anspruch verloren.
  • Formular: Grundlage sind die amtlichen Vordrucke 1140 (ausführlich) und 1142 (vereinfacht); der Antrag ist seit 2024 elektronisch über das Zoll-Portal zu stellen. Wir bereiten ihn vollständig vor, Sie prüfen und geben frei.
  • Zuständigkeit: Zuständig ist das Hauptzollamt, in dessen Bezirk Ihr Betrieb seinen Sitz hat. Welches das ist, ergibt sich aus der Dienststellensuche des Zolls – wir ermitteln es für Sie und hinterlegen es in Ihren Betriebsdaten.
  • Vergütungssatz: Für Diesel, der ab 2026 verbraucht wird, gilt wieder der volle Satz von 21,48 Cent je Liter. Für die Jahre 2024 und 2025 galten abgesenkte Sätze – den für Ihr Antragsjahr richtigen Satz prüfen wir bei der Antragstellung.

So läuft die Zusammenarbeit ab

  1. Belege laufend erfassen

    Sie fotografieren den Lieferschein bei der Anlieferung, wir legen ihn digital ab. Am Jahresende muss niemand Ordner durchsuchen.

  2. Vergütungsfähige Menge abgrenzen

    Nicht jeder Liter zählt. Wir trennen die begünstigte betriebliche Verwendung von Fahrten und Arbeiten, die nicht vergütungsfähig sind.

  3. Antrag erstellen und abstimmen

    Sie bekommen den fertigen Antrag mit der ermittelten Menge zur Durchsicht, bevor er beim Hauptzollamt eingeht.

  4. Einreichen vor Fristablauf

    Die Frist steht in Ihrem Fristenplan, sobald das Wirtschaftsjahr beginnt. Eingereicht wird mit Puffer, nicht am letzten Tag.

  5. Bescheid prüfen

    Wir gleichen den Bescheid mit der beantragten Menge ab und klären Rückfragen des Zolls direkt.

Häufige Fragen

Bis wann muss der Antrag gestellt werden?

Der Antrag für ein Kalenderjahr ist bis zum 31. Dezember des Folgejahres zu stellen – für den Diesel aus 2025 also bis zum 31. Dezember 2026. Die Frist steht in Ihrem Fristenplan, wir reichen mit Puffer ein.

Lohnt sich der Antrag auch bei kleinem Verbrauch?

Meistens ja. Der Aufwand ist überschaubar, wenn die Belege ohnehin laufend erfasst werden. Im Erstgespräch rechnen wir Ihnen aus, was für Ihren Betrieb zusammenkommt.

Wie lange dauert es bis zur Auszahlung?

Das hängt von der Bearbeitungslage des zuständigen Hauptzollamts ab und schwankt von Jahr zu Jahr. Wir melden uns, wenn sich der Vorgang ungewöhnlich lange zieht, und fragen nach.

Was ist, wenn ich auch für Dritte arbeite?

Lohnarbeiten für andere Betriebe sind gesondert zu betrachten. Wir richten die Erfassung so ein, dass sich diese Einsätze von vornherein abgrenzen lassen.

Welche Unterlagen brauchen Sie?

Die Lieferscheine und Rechnungen Ihres Kraftstofflieferanten für das Antragsjahr sowie eine Übersicht der eingesetzten Maschinen. Den Rest leiten wir daraus ab.

Welches Hauptzollamt ist für die Agrardieselvergütung zuständig?

Das Hauptzollamt, in dessen Bezirk der Betrieb seinen Sitz hat. Bei Betrieben mit Flächen in mehreren Bezirken zählt der Betriebssitz. Wir ermitteln die zuständige Dienststelle und reichen dort ein – Sie müssen sich nicht durch die Dienststellensuche arbeiten.

Bis wann muss der Antrag für 2025 gestellt sein?

Bis zum 31. Dezember 2026. Danach ist der Anspruch für 2025 endgültig verloren; eine Verlängerung oder Wiedereinsetzung gibt es nicht. Wenn Sie kurz vor der Frist stehen, rufen Sie an – ein vollständiger Antrag lässt sich mit vorliegenden Lieferscheinen innerhalb eines Tages einreichen.

Agrardieselvergütung, Dieselrückvergütung, Gasölverbilligung – was ist der Unterschied?

Keiner. Alle drei Begriffe meinen dieselbe Steuerentlastung nach dem Energiesteuergesetz für Diesel, der in land- und forstwirtschaftlichen Arbeiten verbraucht wurde. „Gasölverbilligung“ ist die ältere Bezeichnung, „Agrardieselvergütung“ der amtliche Begriff.

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